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Ambulante geriatrische Rehabilitation
Wissenschaftliche Begleitung eines Modellversuchs des Sozialministeriums Baden-Württemberg

Das baden-württembergische Sozialministerium führte (1996) gemeinsam mit den gesetzlichen Krankenkassen und den Kassenärztlichen Vereinigungen einen Modellver- such durch, der die Implementierung verschiedener Organisationsformen ambulanter Rehabilitation zum Ziel hatte. Der Modellversuch orientierte sich an den gesundheits- und sozialpolitischen Zielsetzungen des baden-württembergischen Geriatriekonzeptes. Bis zum Jahr 2000 sollte die Versorgung geriatrischer Patienten nicht nur unter quantitativen Gesichtspunkten verbessert, sondern vor allem das fachliche Niveau und damit auch die Effizienz der Leistungen gesteigert werden. Die Prioritäten setzte das Land auf den Ausbau der geriatrischen Rehabilitation und auf die Einrichtung von Koordinierungs- stellen, mit deren Hilfe die Inanspruchnahme der Angebote fachgerechter gestaltet wer- den sollte.

Baden-Württemberg übernahm bei der Implementierung ambulanter Reha-Angebote für geriatrische Patienten eine Vorreiterrolle, weil es als erstes Bundesland dafür die notwendigen leistungsrechtlichen Voraussetzungen schuf. An acht Standorten wurden ambulante Reha-Modelle in unterschiedlichen Organisationsformen erprobt. Es differierten nicht nur die Anbindungsformen (z.B. an eine Klinik oder an niedergelassene Praxen von Ärzten und Therapeuten), sondern auch die Art und Weise wie die in der Geriatrie unerlässliche multiprofessionelle Zusammenarbeit organisiert wurde. So war es zentrale Aufgabe der Wissenschaftlichen Begleitung, anhand ausgewählter Aspekte der Struktur- und Prozessqualität (Ausstattung, Qualifikation, Teamarbeit, diagnostische Verfahren, Reha-Planung u.a.) zu evaluieren, ob sich in den verschiedenen Organisationsformen die erforderlichen Standards fachgerecht umsetzen ließen. Darüber hinaus erfolgte eine Deskription des einbezogenen Patientenkreises anhand soziodemographischer Daten, der Krankheitsbilder, der körperlichen und sozialen Beeinträchtigungen sowie des Hilfebedarfs; und es wurde der Frage nachgegangen, mit welcher Effizienz die rehabilitativen Maßnahmen durchgeführt wurden. Letzteres beinhaltete jedoch keine Kosten-Nutzen-Analyse, sondern die Beantwortung der Frage, inwieweit es gelingt, mit einem wohnortnahen ambulanten Reha-Angebot, ältere Menschen, die in der Regel in der stationären Rehabilitation unterrepräsentiert sind, nicht nur zu erreichen, sondern sie insofern erfolgreich zu rehabilitieren, als sie Lebensqualität hinzu gewinnen und ihre Eigenständigkeit bewahren können.

Auftraggeber:Sozialministerium Baden-Württemberg
Projektstand:abgeschlossen
Veröffentlichungen:
  • Schweizer, Carola; Franz Brandt (1997): Ambulante Geriatrische Rehabilitation. Endbericht zum Modellversuch. Hg. vom Sozialministerium Baden-Württemberg, Stuttgart.
  • Schweizer, Carola (1998): Organisationsformen ambulanter geriatrischer Rehabilitation, in: Schmidt-Ohlemann, Matthias; Christian Zippel u.a. (Hg.): Ambulante wohnortnahe Rehabilitation. Konzepte für Gegenwart und Zukunft. Interdisziplinäre Schriften zur Rehabilitation, Band 7, Ulm.