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Menschen im Alter

Es besteht allgemeiner Konsens darüber, dass der demographische Wandel eine sozialpolitische Herausforderung ersten Ranges darstellt und Maßnahmen auf vielen Politikfeldern verlangt. Neben der sozialen Sicherung müssen auch Fragen wie die einer gesundheitlichen Versorgung älterer Menschen, ihre Unterstützung im Falle von Hilfe- und Pflegebedürftigkeit oder die ihrer sozialen Integration im weitesten Sinne neu beantwortet werden. Die Politik versucht durch Modifizierung der Rahmenbedingungen, durch Planungsvorgaben, durch Initiativen dem ebenso Rechnung zu tragen wie die unterschiedlichen "Dienstleister", die im Zuge vielfältiger Innovationsbemühungen ihre Organisationsstrukturen und Praxisansätze auf die neue Situation einstellen. Beide sind, sollen zukunftsweisende Lösungen gefunden werden, auf die Unterstützung, auf das Erfahrungs- und Grundlagenwissen der Gerontologie und der Geriatrie angewiesen. In diesem Themenfeld bewegt sich der hier präsentierte Forschungsschwerpunkt. Seit mehr als 25 Jahren werden Forschungsprojekte bearbeitet, die vielfach auch unmittelbaren Politik- und Praxisberatungsinteressen dienten, die den unterschiedlichen politischen Ebenen Planungs- und Entscheidungsgrundlagen lieferten und der Praxis die Entwicklung, Umsetzung und Bewertung innovativer Konzepte ermöglichten. Inhaltlich lassen sich diese Projekte primär den Bereichen Altenhilfe- und Pflegeinfrastruktur sowie Rehabilitation zuordnen.

Die einzelnen Projekte spiegeln das Bemühen um eine Ausdifferenzierung und die qualitative Weiterentwicklung einer lebensweltnahen Infrastruktur wider. Standen vor 20 Jahren zunächst einmal die Mitwirkung bei kommunalen Altenplänen und die Durchführung repräsentativer Altenbefragungen im Vordergrund der Forschungsarbeit, gewann bald die wissenschaftliche Begleitung von Modellversuchen oder -programmen an Bedeutung, vgl. z.B. das Projekt "Modelle offener Altenhilfe". Die Evaluation des nachfolgenden Modellprogramms "Ambulante Dienste für Pflegebedürftige" lässt sich als Reaktion auf die strukturellen und konzeptionellen Defizite des Angebotes "Sozialstation" verstehen (vgl. Projektbeschreibung). Bei dem baden-württembergischen Modellversuch "Verbesserung der Situation alter, kranker und pflegebedürftiger Menschen" war die leitende Idee das fachgerechte Abstimmen, d.h. die Koordination und Vernetzung der Hilfen (vgl. Projektbeschreibung).

Das Modellprogramm des Bundesarbeitsministeriums zur "Verbesserung der Situation der Pflegebedürftigen", das seit 1991 wissenschaftlich begleitet wird, stellt den Forschungsschwerpunkt durch die Einbeziehung sehr unterschiedlicher Modelle, die das gesamte Spektrum der Pflegeinfrastruktur und die Schnittstellen zu den angrenzenden Versorgungsbereichen des Gesundheitswesens abdecken, vor neue Herausforderungen. Dieses Projekt ermöglicht es aber gleichzeitig, das vielschichtige System "Pflegeinfrastruktur", wie es sich unter den Bedingungen des Pflege-Versicherungsgesetzes darstellt und entwickelt, "ganzheitlich" zu analysieren.

Wurden bereits hier geriatrische und/oder medizinsoziologische Fragestellungen einbezogen, so stehen diese bei zwei weiteren Modellversuchen im Vordergrund, die ebenfalls im Forschungsschwerpunkt "Menschen im Alter" wissenschaftlich begleitet wurden/werden. In dem Modell "Zentrale für Altersrehabilitation" ging es um den Aufbau von Kooperations- und Kommunikationsstrukturen zwischen den Versorgungsbereichen und den Leistungsträgern (vgl. Projektbeschreibug). Der Modellversuch des baden-württembergischen Sozialministeriums "Ambulante geriatrische Rehabilitation" hat neben der Implementierung unterschiedlicher Organisationsmodelle auch die Ergebnisqualität, also die Wirksamkeit rehabilitativer Maßnahmen bei älteren geriatrischen Patienten im Blick (vgl. Projektbeschreibung).

Neben der Evaluierung dieser sozial- und gesundheitspolitischen Programme gehört die Erarbeitung von kommunalen und Landes-Altenplänen bzw. Geriatrieplänen, von Bedarfsanalysen und themenspezifischen Expertisen weiterhin zum Aufgabenspektrum des Forschungsschwerpunktes. Auf der Basis praxisrelevanter Analysen von Organisations- und Strukturentwicklungsprozessen werden Leistungsträger und -anbieter beraten und modellhaft Konzeptionen entwickelt.

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