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Entwicklung betriebsumfassender Qualifizierungsstrategien zur Umsetzung eines präventiv ausgerichteten Arbeits- und Gesundheitsschutzes

Prävention ist bis heute in der betrieblichen Wirklichkeit mehr Deklamation als Realität. Das ISO-Institut hat in einem Forschungsprojekt den Versuch unternommen, den Präventionsgedanken in die betriebliche Praxis einzuführen und die Betriebe zu be- fähigen, von sich aus den Risiken und Gesundheitsgefährdungen im Betrieblichen Alltag zu begegnen. Das Projekt bestand aus einer Forschungs- und einer Umsetzungsphase. In der Forschungsphase wurden in vier Betrieben umfangreiche Erhebungen zur Gesundheitssituation im Betrieb und zum betrieblichen Umgang mit Gesundheitsgefahren durchgeführt. Die wichtigste Erkenntnis dieser Betriebsrecherchen ist, dass die meisten gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht aus der Missachtung des Arbeitsschutzes resultieren, sondern aus alltäglichen Arbeitshandlungen. Die Beschäftigten gehen auf problematische Weise mit den Setzungen und dem Leistungsanspruch des Managements um und vernachlässigen die Sorge um sich im Arbeitsprozess. Das Management wiederum zerstört unbeabsichtigt die Ressourcen zur Gesunderhaltung, indem es eine einseitige ökonomistische Betrachtung an den Rationalisierungsprozess anlegt. Diese wechselseitige Gleichgültigkeit gegenüber dem langfristigen Erhalt der Gesundheit lässt sich nur auf- brechen, wenn Prävention im unmittelbaren Arbeitsvollzug bei der Arbeitsweise der Beschäftigten ansetzt. In der Umsetzungsphase hat das ISO-Institut dieser Einsicht folgend die Auseinandersetzung der Beschäftigen mit ihrer Arbeitsweise angeleitet und Rahmenbedingungen empfohlen, die den Arbeitenden die Praktizierung gesundheitsförderlicher Arbeitsweisen ermöglichen. Basierend auf den Erkenntnissen der Forschungsphase und der Umsetzungsphase ist im Anschluss ein Handbuch zur arbeitsnahen Gesundheitsförderung entstanden, das den Praktikern im Betrieb eine Handlungsanleitung sowie zahlreiche Instrumente an die Hand gibt, die Präventionsfrage offensiv anzugehen.

gefördert durch: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie
Projektstand:abgeschlossen 1996
Projektbearbeiter:Peter Ochs, Johannes Petrenz, Josef Reindl
Veröffentlichungen:
  • Ochs, Peter; Johannes Petrenz; Josef Reindl (1996): ressource. Handbuch zur arbeitsnahen Gesundheitsförderung im Betrieb, Saarbrücken.
  • Reindl, Josef: "Meist werden sie ignoriert und ausgegrenzt". Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt, in: Frankfurter Rundschau vom 23.9.1993.