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Barrieren und Treiber betrieblicher Inklusion und Prävention im Gesundheitswesen

Die Arbeitsbelastungen und der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen sind hinlänglich bekannt. Dennoch hinken in diesem Bereich die Anstrengungen für Prävention, Inklusion und den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit im Vergleich zu großen Industriebetrieben hinterher. Heute erreicht nur jede zehnte Fachkraft der Gesundheitswirtschaft in ihrem Beruf das Renteneintrittsalter.

Das Forschungsprojekt setzt an diesem Widerspruch an. Im Mittelpunkt stehen damit die Umsetzungsbarrieren, die in der Gesundheitswirtschaft sowohl präventiven Maßnahmen (Gesundheitsförderung) als auch integrativen Strategien (Inklusion von Beschäftigten mit gesundheitlichen Einschränkungen) entgegenstehen. Das Projekt fragt nach den Gründen für Umsetzungsdefizite und -erfolge auf der Ebene von Rahmenbedingungen (Gesetzgebung und Finanzierung), auf der Ebene des Managements und auf der Ebene der Einstellungen der Fachkräfte. Ein Augenmerk wird auf die Rolle betrieblicher und außerbetrieblicher Akteure gelegt, die an der Umsetzung von Gesundheits- und Inklusionsstrategien mitwirken.

Gegenstand der Studie ist die Situation in Krankenhäusern und in der Altenpflege. In diesen Bereichen ist der überwiegende Teil der Beschäftigten des Gesundheitswesens tätig und es lassen sich die Konstellationen in großen wie auch in kleineren Organisationen rekonstruieren. Kontrastiv sollen dabei Pionierbetriebe betrachtet werden, die Inklusions- und Präventionsstrategien erfolgreich implementiert haben, sowie solche, die den "Normalbetrieb" repräsentieren. Die Erhebungen umfassen Experteninterviews mit Branchen- und Gesundheitsexperten sowie Fallstudien in Krankenhäusern, in ambulanten Diensten und in stationären Pflegeeinrichtungen. Im Rahmen der Fallstudien werden die Organisationsstrategien sowie die subjektiven Orientierungen der Beschäftigten als begünstigende oder hemmende Fakto-ren für die Realisierung von Inklusionsstrategien herausgearbeitet.

Die Ergebnisse der Studie sollen die Wissensbasis über Umsetzungsbarrieren für betriebliche Inklusions- und Gesundheitskonzepte erweitern und so dazu beitragen, dass vorliegende Handlungskonzepte und Beispiele "Guter Praxis" eine breitere Anwendung finden.

Zuwendungsgeber: Hans-Böckler-Stiftung
Projektstand: (laufend) 1.9.2016 bis 31.8.2018
Projektleitung: Dr. Volker Hielscher
Projektmitarbeiterinnen: Dr. Sabine Kirchen-Peters, Dr. Elisabeth Krupp