FS3: Projektarchiv
FS3: Kurzbeschreibung
FS3: Laufende Projekte

 

Gesunde Arbeitswelten im demografischen Wandel - Zukunftsfähige Klein- und Mittelbetriebe durch regionale Vernetzung

Ausgangspunkt des Vorhabens sind kritische Befunde der gemeinsamen Expertenkommission von Bertelsmann Stiftung und Hans-Böckler-Stiftung zur "Zukunft einer zeitgemäßen betrieblichen Gesundheitspolitik". Diese betreffen den Zustand des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in Klein- und Mittelbetrieben (KMU) sowie die Ineffizienzen, die aus der Zersplitterung der überbetrieblichen Akteure im Arbeits- und Gesundheitsschutz resultieren. Angesichts der Herausforderungen, die der demografische Wandel stellt, ist es das Ziel des Vorhabens, in KMU einer modernen betrieblichen Gesundheitspolitik zum Durchbruch zu verhelfen.

Kontext
Die Expertenkommission der Bertelsmann Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung fordert einen "Einstieg in eine zukunftsfähige betriebliche Gesundheitspolitik". Zukunftsfähig ist für die Kommission eine Gesundheitspolitik, die die "Kultur der Reparatur und Kompensation" hinter sich lässt und stattdessen die Prävention ins Zentrum stellt, die Gesundheitsverantwortung auf allen betrieblichen Hierarchieebenen fördert und sie in die betrieblichen Routinen integriert und eine überbetriebliche Infrastruktur aufbaut, um die Unternehmen bei der Wahrnehmung ihrer Gesundheitsverantwortung zu unterstützen.

Ausgangspunkt des Vorhabens sind die absehbaren Veränderungen der betrieblichen Altersstrukturen. Die Rentensysteme können nicht länger die Frühverrentungsstrategien von Betrieben und Beschäftigten tragen. Der demographische Wandel, also die Zunahme von älteren Beschäftigten im Betrieb und die möglichen Schwierigkeiten, junge Nachwuchskräfte zu rekrutieren, setzt den Arbeits- und Gesundheitsschutz mit neuer Dringlichkeit auf die Tagesordnung der Betriebe. Nur gesunde Mitarbeiter können länger arbeiten und nur mit gesunden Mitarbeitern lassen sich in der nahen Zukunft die aus der Globalisierung der Wirtschaft herrührenden Anforderungen bewältigen.

Fragestellung
In den KMU liegt die Verwendung eines Gesundheitskonzeptes nahe, das die Verantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit und die Verantwortung des Betriebes, dem Einzelnen die Verantwortungsübernahme für seine Gesundheit zu ermöglichen, betont. Salutogenese und Prävention sind die Kernelemente eines kleinbetriebssensiblen gesundheitspolitischen Ansatzes. Damit bindet das Projekt zwei Konzepte zusammen, die gewöhnlich von unterschiedlichen Akteuren angeboten werden: den verpflichtenden Arbeits- und Gesundheitsschutz durch die staatlichen Arbeitsschutzämter und die Träger der Unfallversicherung sowie die fakultative Gesundheitsförderung durch die Krankenkassen.

Der innovative Charakter des Vorhabens besteht in der Entwicklung eines strikt bedarfsorientierten und kultursensiblen Interventionstyps unter Einbeziehung der relevanten "Gesundheitsakteure" in einer Region.

Das Projekt ist in der Region Siegen / Wittgenstein / Olpe gestartet und kooperiert mit dem dort bereits seit über 10 Jahre aktiven Runden Tisch Siegen. In einer späteren Phase sollen auch im Land Brandenburg Netzwerkaktivitäten laufen.

Untersuchungsmethoden
Bei der Formierung des Netzwerks geht es darum, die "Gesundheitsaktivisten" inhaltlich-konzeptionell, strategisch-methodisch sowie auf der operativen Ebene zu unterstützen. Ziel ist die Entwicklung einer Beratungsstrategie, die die kulturellen Besonderheiten der klein- und mittelbetrieblichen Welt berücksichtigt. In einem diskursiven Prozess zwischen dem iso, den Netzwerkakteuren und den Unternehmen soll ein KMU-adäquates und von den Bedarfen der Unternehmen ausgehendes Handlungskonzept einschließlich der dazu nötigen Werkzeuge entwickelt werden.

 

weiternächste Seite