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Arbeitswelt und Gesundheit

Stichworte:

Den Untersuchungen im Forschungsschwerpunkt liegt eine präventionsorientierte Perspektive zugrunde. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Gesundheit von Arbeitenden - als grundlegende individuelle, betriebliche und gesellschaftliche Ressource - unter den Bedingungen und Restriktionen der Arbeitswelt langfristig erhalten werden kann.

Die Forschungsarbeiten der letzten Jahre gehen von einem Verständnis betrieblicher Gesundheitsförderung aus, demzufolge es nicht allein darum gehen kann, Menschen vor Gesundheitsgefahren abzuschirmen und zu schützen, als ihnen eine eigenständige und verantwortliche Rolle beim Erhalt ihrer Gesundheit einzuräumen. Neben dem Abbau gesundheitlicher Belastungen und Risiken sollen - ressourcenorientiert - gesundheitsfördernde Einstellungen und Handlungsweisen der Beschäftigten gestärkt und unterstützende Bedingungen in der Arbeit erhalten und ausgebaut werden.

Hierzu werden sowohl - teils grundlagenorientierte - empirische Studien erarbeitet als auch praxisnahe Instrumente und Verfahren entwickelt. In Fallstudien werden konkrete betriebliche Belastungs- und Gefährdungsschwerpunkte sowie Handlungsdefizite identifiziert und Potentiale für eine präventiv orientierte betriebliche Gesundheitspolitik aufgezeigt. Handlungsanleitungen, Handbücher und Seminarkonzepte unterstützen betriebliche Akteure darin, Arbeitsbelastungen und Gesundheitsgefahren zu ermitteln, Veränderungspotentiale zu erkennen und betriebliche Gesundheitsaktionen durchzuführen.

Gegenüber der einfachen Alternative Verhaltens- vs. Verhältnisprävention betonen diese Arbeiten, daß eine kontinuierliche betriebliche Kommunikation über Gesundheit und deren Gefährdung notwendig ist. Eine solche Thematisierung wird als Voraussetzung für eine erfolgreiche Problembearbeitung angesehen; sie beinhaltet sowohl, daß die strukturellen Bedingungen der Arbeit anders gestaltet werden, als auch, daß Beschäftigte selbst ihre Tätigkeit gesundheitsbewußter organisieren und ausüben. Betriebliche Gesundheitsförderung ist damit eine dauerhafte und betriebsumfassende Aufgabe. Adressaten und Akteure sind Unternehmens- und Arbeitnehmervertreter ebenso wie Beschäftigte, betriebliche Fachkräfte und Arbeitsschutzexperten. Es geht darum, das Interesse an und die Verantwortung für Gesundheit auf allen betrieblichen Ebenen zu stärken und den innerbetrieblichen Erfahrungsaustausch wie die Zusammenarbeit mit außerbetrieblichen Institutionen und Experten zu fördern.

Die Beschäftigung mit Problemstellungen der Sicherung und Förderung der Gesundheit in der Arbeitswelt hat eine lange Tradition im Institut, die bis auf Forschungsarbeiten im Rahmen des Programms "Humanisierung des Arbeitslebens" in den 70er Jahren zurückreicht. Besondere Beachtung finden dabei regelmäßig Fragen des betrieblichen Umgangs mit gesundheitlich Beeinträchtigten und Behinderten und deren Integration in das Arbeitsleben. - In einem aktuell laufenden Projekt wird modellhaft entwickelt, welchen Beitrag der Aufbau eines regionalen zwischen- und überbetrieblichen Unterstützungs-Netzwerkes zur Förderung des vorbeugenden Gesundheitsschutzes in Klein- und Mittelbetrieben leisten kann.