FS2: Kurzbeschreibung
FS2: Laufende Projekte
FS2: Projektarchiv

Technik, Innovation und organisatorischer Wandel


Seit den frühen 70er Jahren ist der technisch-organisatorische Wandel in der Arbeitswelt mit seinen Auswirkungen auf die Beschäftigten Leitthema dieses Forschungsschwerpunktes, wobei sich die primären Fragestellungen und Forschungsakzente im Laufe der Jahre deutlich verschoben haben. Geleitet von Konzepten und Methoden der Arbeits- und Industriesoziologie hat das Institut in den 70er Jahren und 80er Jahren mit seinen Studien Beiträge zum gesellschaftlichen Diskurs über die Probleme und Möglichkeiten der 'Humanisierung der Arbeit' geleistet. Hier wurden anwendungsorientiert betriebliche Umstellungsvorhaben wissenschaftlich begleitet, die Planung und Entwicklung von Veränderungsmaßnahmen beratend unterstützt sowie Praxishilfen in Form von Handlungsanleitungen und Qualifizierungskonzepten erarbeitet. Handelt es sich bei den frühen Studien eher um arbeitsplatzbezogene Bestandsaufnahmen, so rückt in späteren Studien die Forschung näher an den sozialen Ort heran, in dem Entscheidungen über Technik, Arbeitsplatz und Arbeitseinsatz getroffen werden. Die Veränderungen in der Arbeitswelt werden nun auf der einzelbetrieblichen Ebene als soziale Prozesse untersucht, wobei dem qualitativen Instrumentarium (Betriebsfallstudien) eine besondere Bedeutung zukommt. Als Agens der Wandlungsprozesse gilt weniger der technische Fortschritt als solcher, sondern die stets durch unternehmerisches Handeln, Managementkalküle und durch Interessenskonflikte wie durch soziale Kompromisse gebrochene Aneignung technischer und organisatorischer Modernisierungs- und Rationalisierungspotentiale seitens konkreter betrieblicher Akteure.

Neue Produktionskonzepte und eine wachsende internationale Arbeitsteilung im Kontext eines sich weltweit verschärfenden Wettbewerbes, der durch die zunehmende Globalisierung forciert wird, der Einsatz moderner IuK-Technologien in der Wirtschaft, ein zunehmender Standortwettbewerb der Regionen untereinander und ein struktureller wirtschaftlicher Umbruch hin zur Dienstleistungsgesellschaft kennzeichnen die Arbeitswelt der 90er Jahre. Diese tiefgreifenden Veränderungen, die nicht nur sozio-ökonomische Auswirkungen auf die Beschäftigten, sondern auch arbeitsmarkt-, struktur- und gesellschaftspolitische Effekte haben, stehen im Blickfeld der jüngsten Forschungsprojekte.

Unsere Hauptfragestellungen richten sich auf diesen Wirtschaft und Gesellschaft umwälzenden Modernisierungsprozess. Dabei thematisieren wir die Auswirkungen und Folgen sowohl auf der Mikroebene des Betriebes als auch auf der Makroebene von Branchen und Regionen. Dazu zählen folgende Themenfelder: